
Familienaufstellungen (die Aufstellungen von Familien) bildeten die Wurzel der Aufstellungsarbeit. Auf ihrer Grundlage wurden die heute bekannten Aufstellungsmethode entwickelt.
Deshalb setzen viele Menschen im Sprachgebrauch jetzt noch Familienaufstellungen mit Aufstellungen gleich.
Die Methode wurde bereits in den 1990er Jahren auf andere Bereiche ausgedehnt. Es müssen nicht Familienmitglieder, Vorfahr/innen, Ahnen und Ahninnen für eine Lösung aufgestellt werden.
Es zeigte sich, dass die Ordnungen, die für Familienaufstellungen gelten, auch z.B. in Organisationen anwendbar sind. Siehe Kapitel über Organisationsaufstellungen.
Danach wurde deutlich, dass die Aufstellung der Familienmitglieder ebenso im Kleinen wirkt (wenn man Teile eines Problems, einer Krankheit aufstellt) wie im Großen (Aufstellung von Abteilungen, Häusern, Ländern). Siehe Menüpunkt über systemische Aufstellungen.
Aufstellungen veranschaulichen den Platz, den wir innerlich uns selbst in Beziehung zu den Energien geben, die auch Teil unseres Anliegens sind.
Bei der Familienaufstellung wird daher unser inneres Bild der Familienmitglieder zueinander aufgezeigt - all jener Familienmitglieder, die für das Hier und Jetzt wichtig sind.
In Organisationsaufstellungen wiederum stellen wir das innere Bild räumlich dar, das für das berufsbezogene Anliegen gilt, und deren Elemente zueinander.
Heutzutage werden in Aufstellungen auch Stellvertreter/innen für andere Elemente aufgestellt: für das Problem oder Hindernis, das Ziel, Qualitäten oder Ressourcen etc. Die Stellvertreter/innen spüren auch hier ihre Beziehungen zueinander wie in gängigen Familienaufstellungen. Damit zeigen sich Zusammenhänge und Lösungen. Anstelle der Stellvertreter/innen (also der teilnehmenden Beobachter/innen) werden vor allem in der Einzelarbeit auch Bodenanker oder kleine Figuren (Stellbrett oder Familienbrett genannt) verwendet.
Dort, wo die Suchenden eine Änderung des derzeitigen Zustandes wünschen, wird auf ein Lösungsbild hingearbeitet, d.h. es werden die Stellvertreter/innen ausgehend vom Anfangsbild umgestellt, bis Energien wieder fließen, und die Suchenden mehr Vertrauen, Kraft, Achtung und Liebe spüren. Sie nehmen dann selbst ihren neuen Platz im System (Familie oder Organisation usw.) ein, damit verstärken sie die Wirkung, tauchen ganz in das neue Bild ein. Auch die Stellvertreter/innen können neue Einsichten für ihr Leben mitnehmen.
Familienaufstellungen ermöglichen Einsichten in Zusammenhänge, die uns davor nicht bewusst waren. Familienaufstellungen geben einen großen Überblick und neue Blickwinkel und Standpunkte. Dadurch sind für die Suchenden neue Ausrichtungen nicht nur möglich, sondern meist eine ganz automatische Folge.
Familienaufstellungen zeigen den Ursprung unglücklicher Beziehungen und schwerer Schicksalsschläge sowie von Leid auf. So unglaublich es klingt, entstehen die Probleme aus der Liebe und Loyalität der Familienmitglieder untereinander. Diese wollen einander (meist unbewusst) etwas abnehmen und verstricken sich dadurch. Dabei zeigt sich, dass sie den anderen nicht wirklich helfen. Jedoch sind Familienmitglieder immer miteinander verbunden, bleiben einander bis über den Tod treu und loyal, und opfern Gesundheit oder die Fülle des Lebens füreinander, auch über mehrere Generationen.
Systemische Aufstellungen (Organisationsaufstellungen, Strukturaufstellungen usw.) ähneln Familienaufstellungen darin, dass auch hier Ordnungen zu beachten sind. Dort, wo diese Ordnungen gestört sind, ist der gesunde Lebensfluss unterbrochen. Das hat zur Folge, dass alle Beteiligten im System ihre Energien nicht mehr optimal einsetzen können. Siehe auch: Menüpunkt Organisationsaufstellungen
Bert Hellinger: Ordnungen der Liebe, 1994. ISBN: 978-3-89670-592-1
Bertold Ulsamer: Das Handwerk des Familienstellens. Eine Einführung in die Praxis der systemischen Hellinger-Therapie. Eine vertiefte Einführung in die Praxis der Aufstellungen - insbesondere für AufstellerInnen. Taschenbuch - 256 Seiten (2001) Goldmann, Mchn.; ISBN: 3442141974
Gunthard Weber: Praxis der Organisationsaufstellungen. Grundlagen, Prinzipien, Anwendungsbereiche
Ursula Franke: Wenn ich die Augen schließe, kann ich dich sehen. Familien-Stellen in der Einzeltherapie und -beratung. Ein Handbuch für die Praxis
Thomas Heucke: Genogramm und Familienstellen: Das innere Bild der Familie als Quelle heilender Kraft
Wolfgang Polt: Aufstellungen mit dem Systembrett: Praxisbücher für den pädagogischen Alltag. Interventionen für Coaching, Beratung und Therapie
Wilfried de Philipp: Systemaufstellungen im Einzelsetting: Platz lassen, Raum geben