AHA-SYS, Michael Reiterer

Meridiane in der TCM und Shiatsu

Kategorien:MedizinischesShiatsu, QiGong, TaiChi

Welche Bedeutung haben die Meridiane in der TCM? Welche Funktion? Welchen Verlauf?

Meridiane sind Energieflüsse im Körper bzw. Leitbahnen - elektromagnetische Ströme, die mit bestimmten Organen und Funktionen in Verbindung stehen. Man kann sich die Meridiane als Bahnen vorstellen, in denen das Ki (Qi) zirkuliert - die Lebensenergie bzw. subtile Energie, die in jedem von uns und überall im Universum existiert.

Siehe auch: mein Artikel über Aufstellung der Elemente - Elementeaufstellung

Ein wunderbares Chart der Meridiane zum Ausdrucken (letzter Zugriff Juli 2012)

Map of Meridians Acupoints Meridian Chart

Die Hauptmeridiane sind die Hauptstraßen der Informationsübermittlung vom Ganzen zu den einzelnen Bereichen des lebendigen Menschen wie auch vom Einzelnen zum Ganzen.

Nach der Vorstellung der Fernöstlichen Medizin TCM sind die Meridiane die Manifestationen jeweils eines energetischen Organs. Man unterscheidet 12 verschiedene Meridiane bzw. energetische Organe.

[Von diesen Hauptmeridianen ausgehend breiten sich Hauptäste immer stärker verzweigend im ganzen Körper aus und erreichen mit ihren feinsten Verästelungen letztlich jede Zelle des Körpers]. Die 12 Meridiane tragen alle Namen anatomisch-physiologischer Organe (mit Ausnahme vom Dreifachen Wärmer), mit denen sie in einer besonderen Beziehung stehen, wie z.B. Magen, Herz oder Niere. Ihre Bedeutung geht jedoch weit über die Funktion der körperlichen Ebene hinaus. Letztlich stellen sie verschiedene Schwingungsebenen dar, in denen sich der körperliche, seelische und geistige „Körper" des Menschen manifestiert.

Meridiane sind nicht identisch mit dem energetischen Organ. Mehr Info auf meiner Shiatsu Website


Die Funktion der Meridiane

Die zwölf Meridiane in den sechs Yin-Yang-Paaren sind verantwortlich für sechs Basisfunktionen, denen ihrerseits zwölf Grundfunktionen zugeordnet sind. Sechs der Grundfunktionen werden mit sechs Yang-Meridianen und deren Organen in Verbindung gebracht, die sich auf die oberflächlicheren Körperschichten beziehen. Die anderen sechs Grundfunktionen werden mit sechs Yin-Meridianen und deren Organen in Zusammenhang gebracht, deren Lage sich mehr im Inneren des Körpers befindet.

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1) Lungen- und Dickdarm-Meridian

Der Lungen- und der Dickdarm-Meridian stehen in Verbindung mit Austausch und Ausscheidung. Das heißt Interaktion mit der Umgebung, Aufnahme von Ki (Energie) sowie Absonderung jener Substanzen, die nicht gebraucht werden. Zwischen diesen beiden Meridianen besteht ein Yin-Yang-Verhältnis, da die Lungen die feine Essenz der Luft aufnehmen, während der Dickdarm gröbere Stoffe verarbeitet.
Beide Meridiane liegen dicht unter der Körperoberfläche, weil sie eine aktive Funktion im Austausch von Energie mit der Umwelt erfüllen. Störungen dieser Meridiane machen sich im Allgemeinen zuerst auf der Haut oder in der Nase bemerkbar.

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2) Milz- und Magen-Meridian

Milz- und Magen-Meridian stehen mit den Funktionen der Nahrungsaufnahme und des Stoffwechsels, zu dem auch die Assimilation (Umwandlung von Nahrung in körpereigene Stoffe unter Energieverbrauch) gehört, in Verbindung. [In der westlichen Physiologie übernimmt der Dünndarm die Aufgabe, Nahrung in kleinere, assimilierbare Bestandteile zu zerlegen]. „Milz" in dem Ausdruck Milz-Meridian bezeichnet heute auch die Bauchspeicheldrüse. Traditionell gesehen ist die Milz ein Synonym für alle Organe, die Sekrete mit Verdauungsenzymen produzieren (Magen, Gallenblase, Dünndarm, Mund).

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3) Herz- und Dünndarm-Meridian

Aus der Sicht der modernen Anatomie und Physiologie besteht zwischen Herz und Dünndarm kaum ein Zusammenhang. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin TCM mag der Zusammenhang darin liegen, dass unser emotionales Empfinden sowohl mit dem Herzen, als auch mit dem Unterbauch in Verbindung steht. Das Herz wird von alters her als Sitz der Seele (Shen-Bewusstsein) angesehen. Doch Gefühlsausbrüche oder Schocks lösen auch im unteren Bereich des Bauches (=Hara) Reaktionen aus. Weiters hat der Dünndarm die Funktion, Nahrung in eine für den Körper verwertbare Form zu bringen und diese wird schließlich über das Blut dem Körper zur Verfügung gestellt. Der Herz-Meridian bewirkt die Einordnung externer Reize, die auf den Organismus eingehen, und steuert die Körperreaktion darauf.

Deshalb nehmen Herz- und Dünndarm-Meridian eine zentrale Position im Körper ein und können mit den Funktionen Umwandlung und Aufnahme beschrieben werden.

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4) Nieren- und Blasen-Meridian

Nach der Medizin des Westens besteht die Hauptfunktion der Nieren in der Harnbildung, sie stellen jedoch auch einen homöostatischen (selbstregulierenden) Ausgleich der Körperflüssigkeiten her.

Gleichzeitig befreien sie den Körper von Giftstoffen und regulieren die Zufuhr von Stoffwechselprodukten an die Organe. Die Chinesische Medizin TCM weist den Nieren und der Blase auch die Funktionen der Nebennieren, des vegetativen Nervensystems sowie der Geschlechtsorgane zu. Neben der Leber erachtet man die Nieren als die wichtigsten Organe überhaupt. Ihnen wird die Steuerung der lebenserhaltenden Energie im ganzen Körper zugeschrieben (Sitz der angeborenen Energie). Somit erfüllen die Nieren und die Blase gemeinsam die Funktion, Lebensenergie bereitzustellen und Körperflüssigkeiten zu reinigen. Die Nieren steuern das Hormonsystem, das schließt die Sexualhormone und die Reaktion auf Stress (Nebennieren) mit ein. Außerdem reinigen die Nieren das Blut, indem sie Giftstoffe isolieren und ausscheiden. Nieren- und Blasen-Meridian sind traditionell den Knochen, Knochenmark und Gehirn, sowie dem Kopfhaar, Augenbrauen und Zähnen zugeordnet.

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5) Herz-Kreislauf- und Dreifacher-Erwärmer-Meridian

Der Wille des herrschenden Organs, des Herzens, wird vom Herz-Kreislauf-Meridian in den gesamten Körper getragen, während die Nährstoffe, die vom Dünndarm aufgenommen wurden, durch den Dreifacher-Erwärmer-Meridian in jeden Winkel des Körpers transportiert werden. Der Körper wird dadurch wieder aufgeladen und mit Vitalität angefüllt, so dass er sich schützen kann. Somit sind diese beiden Meridiane entscheidend an Kreislauf und Abwehr beteiligt. Den Herz-Kreislauf-Meridian, der die Koordinationsfunktion des Herzens unterstützt, muss man auch in Verbindung mit dem zentralen Kreislauf sehen, einschließlich des Herzens, der Aorta und aller großen Arterien und Venen, wie auch der Lymphdrüsen. Im Gegensatz zum Herz-Kreislauf-Meridian, der mit dem Lungenkreislauf im Zusammenhang steht, kontrolliert der Dreifache-Erwärmer-Meridian den Körperkreislauf und den Lymphfluss. Er steht ebenfalls eng in Verbindung mit der Haut. In der klassischen chinesischen Medizin wird der Körper in drei Zonen aufgebaut - den Oberen-, Mittleren- und Unteren-Wärmer. Ein „Erwärmer" ist ein Bereich, in dem Wärme produziert wird (ein Zentrum von Stoffwechselaktivitäten). Folglich stellt der Dreifacher-Wärmer-Meridian auch eine traditionelle Einteilung der Stoffwechselaktivitäten dar, die im oberen, mittleren und unteren Teil des Torsos angesiedelt sind.

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6) Leber- und Gallenblasen-Meridian

Leber- und Gallenblasen-Meridian teilen sich die Funktionen des Speicherns und Verteilens. Sie bestimmen über die Verteilung der Vitalenergie, indem sie lebenswichtige Substanzen zurückhalten oder abgeben.

Die Leber speichert Nährstoffe und sichert die Lieferung von Energie, die der aktive Körper benötigt. Sie ergänzt den Blutbedarf und wandelt gefährliche toxische Substanzen um. Die primäre Funktion der Leber besteht darin, die Vitalität des Menschen zu erhalten.

Unausgewogenheit des Leber-Meridians werden verbunden mit dem Verlust von Vitalität, abgelöst von kurz aufflackernden Motivationsschüben mit rasch folgender extremer Ermüdung. Schlechte Laune und Geräuschempfindlichkeit sind symptomatisch, ebenfalls Bedrücktheit nach emotionaler Erregung, die sich als Reizbarkeit und in der Neigung schnell aufzubrausen äußert. Als körperliche Merkmale zeigen sich Glanzlosigkeit der Augen, leichte Gelbtönung der Haut und Schwindelgefühl beim Stehen. Es können unerklärbare Minderungen der Libido auftreten sowie Probleme mit der Prostata und den Hoden. Auch kommen Schmerzen am Kreuz- und Steißbein, Hämorrhoiden, Spannungen in den Hüftgelenken und dein Druckgefühl im rechten Hypochondrium (dem Bereich unterhalb der Rippen) vor. Ebenfalls treten Appetitlosigkeit, Brechreiz und Kopfschmerzen auf.

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Andere Links zu den Meridianen, zu Akupunktur und TCM:

Meridiane-Renmai
Akupunkturpunkte
Hauptmeridiane auf Kyusho Seite
Lichtleben Lexikon
Handakupunktur
Innenkraft Shiatsu Practitioner über den Milz Pankreas Meridian
Die Zuordnung der Energie-Meridiane auf www.puramaryam.de / Berlin
Akupunkturpunkte
Akupunkturpunkte finden mit Bo, Yuan, Luo, He-Punkten u.v.m.
TCM Info Seite - Koryo Handakupunktur, Meridianlehre, Konstitutionstypen usw. - leider mit Musikuntermalung
Akupressurpunkte auf einer Shiatsu Seite mit Yu, Bo, Luo, He u.v.a.m.

Fachbereichsarbeit aus chinesischer Diätetik - Fünf Elemente Lehre - am Beispiel Metall

Klaudia Rainer:

BEDEUTUNG, DISHARMONIEN UND THERAPIEFORMEN DES METALLELEMENTES UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER CHINESISCHEN DIÄTETIK

letzter Zugriff Dez. 2013

Zitat:

Leider spielte in Europa das alte Wissen über die „lebendige medizinische Tradition“ aufgrund der völlig anderen wissenschaftlichen Zugangsweise keine besondere Rolle. Im Gegensatz dazu blieb es in China, trotz vieler politischer Umwälzungen, erhalten. Durch die unterschiedlichen Bilder von Mensch und Heilkunde, entfernte sich der westliche Mensch immer mehr von der Natur und somit auch von seiner eigenen Lebensquelle. Es ist die ganzheitliche Betrachtungsweise der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) – Seele, Körper, Geist und Natur bilden eine Einheit – die sie von der westlichen Medizin unterscheidet.

GRUNDSÄTZLICHES ZUR TCM

So wie es im Westen seit Hippokrates eine etwa 2500 Jahre alte Medizin gibt, so gibt es in China die Traditionelle Chinesische Medizin, welche sich ebenfalls über Jahrtausende entwickelt hat. Bei der Chinesischen Medizin handelt es sich um ein ganzheitlich-medizinisches Modell auf der Grundlage von Yin und Yang und den Fünf Elementen. Aus den Erkenntnissen verschiedener Naturbeobachtungen leiteten die damaligen „Chinesischen Naturwissenschaftler“ unter dem Blickwinkel des Taoismus Gesetzmäßigkeiten ab und übertrugen diese Phänomene auf den Menschen. Das taoistische Modell der Wandlungsphasen (Fünf Elemente) ist eine Erweiterung des zuvor entwickelten Yin-Yang-Konzeptes, basierend auf einem Denken, das den gesamten geistigen, emotionalen, materiellen und energetischen Phänomenen des Universums und letztendlich denen der Fünf Grundelemente (Erde, Metall, Wasser, Holz und Feuer) entspricht und auf diese zurückgeführt werden kann. Auch Qi, die Lebenskraft oder Lebensenergie ist in der Traditionellen Chinesischen Medizin von zentraler Bedeutung...

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Info zu Ayurveda

Ojas - die vierte Energie

Die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha gelten in der Ayurveda-Lehre als die Lebensenergien, die im gesamten Universum und damit auch in jedem Menschen in unterschiedlicher Konstellation vorhanden sind. Daneben ist aber auch Ojas wichtig. Diese Energie – man könnte sie auch als Kraft, Stärke, Lebensfrische oder Vitalität bezeichnen – entsteht auf nicht materieller Ebene als Ergebnis eines perfekten inneren Feuers, des Agni, das den Verdauungsprozess unterhält.

Nach dem Gewebeaufbau entsteht Ojas

Man kann Ojas als vierte Energie begreifen, wie es beispielsweise der Ayurveda-Ratgeber www.ayurvedatrends.com tut. Gleichzeitig ist Ojas aber auch das achte Dhatu. Hierzu muss man verstehen, dass nach Ayurveda als Ergebnis einer überlegten Aufnahme von Nahrung und einer guten Verdauung durch ein optimal geregeltes Agni sieben verschiedene stoffliche Gewebe gebildet werden, vom Rasa (vergleichbar mit Lymphflüssikgeit) bis zum Shukra (Zellerneuerung im gesamten Organismus). Ojas ist dagegen feinstofflich, was man nach den Vorstellungen östlicher Religionen mit nicht materiell übersetzen könnte. Es bildet sich erst nach den sieben Geweben aus der Verbindung von Körper und Geist und ist zum Beispiel für Abwehrkräfte verantwortlich. Voraussetzung ist die richtige Ernährung und ein darauf eingestelltes Agni.

Massagen zur Behandlung und Vorbeugung

Neben einer auf das jeweils dominierende Dosha angepassten Ernährung können auch verschiedene ayurvedische Massagetechniken helfen, die die Persönlichkeit wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Produktion von Ojas zu fördern. Ayurveda geht davon aus, dass sich die Doshas bei der Geburt eines Menschen in einem individuellen Gleichgewicht befanden und erst später durch die Lebensweise oder äußere Einflüsse in Unordnung geraten können. Eine Anti-Stress-Massage hilft zum Beispiel bei angegriffenem Herz-Kreislauf-System und wiederkehrenden Beschwerden durch Migräne. Grundsätzlich geht es bei Ayurveda-Behandlungen um das Beseitigen von Schlacken und Giftstoffen (Ama und Mala), die bei der Verdauung übrigbleiben. Wie genau die Massage ablaufen sollte, besprechen Sie am besten mit einem ausgebildeten Naturheilkundler bzw. Ayurveda-Arzt. Shirodhara, Marma-Nadi und Garshan sind Begriffe, die Sie in diesem Zusammenhang hören werden. Lassen Sie unbedingt feststellen, ob ein bestimmter Dosha-Typus bei Ihnen in ungesunder Weise dominiert. Die Behandlung sollte darauf abgestimmt sein.

Das Feuer in unserem Körper

Das Pitta-Dosha steht für die Elemente Feuer und Wasser – ein scheinbarer Gegensatz, aber doch in einer Energie vereint. Denn Pitta, wörtlich übersetzt Galle, beschreibt das Prinzip der Wandlung, des Stoffwechsels in unserem Körper, das Feuer der Verdauung. Eine Menge guter Eigenschaften kennzeichnen Pitta-dominierte Menschen. Sie gelten als dynamisch, intellektuell leistungsfähig und strukturiert im Denken und Handeln. Aber es gibt auch eine Schattenseite.

Sind Sie ein Pitta-Typ?

Ein Ayurveda-Typentest, durchgeführt von einem auf Naturheilkunde spezialisierten Arzt oder Lehrer, schafft genauere Erkenntnisse darüber, ob möglicherweise das Pitta-Dosha in ungesunder Weise verstärkt oder zu schwach ausgeprägt ist. Es gibt außerdem verschiedene Selbsttests im Internet, die aber eigentlich nicht mehr tun, als charakteristische körperliche Merkmale oder Verhaltensweisen abzufragen. Zum gleichen Ergebnis wie solche Tests würden Sie kommen, wenn Sie die Eigenschaften der drei Doshas auf Info-Portalen wie www.ayurvedatrends.com verfolgen und gedanklich abhaken, was auf Sie zutrifft. Sie werden schnell erkennen, dass Sie Elemente von Pitta in sich tragen, ebenso aber von Vata und Kapha. Entscheidend für Vorbeugung und Heilbehandlung ist das Einhalten der Gewichtung, die nach dem Verständnis von Ayurveda bei der Geburt in Idealform gegeben war und erst später durch Lebensstil und Umwelt ins Ungleichgewicht geraten kann.

Immer mit der Ruhe

Äußerlich ist ein Pitta-Mensch wenig auffällig. Er ist typischerweise mittelgroß und normalgewichtig, eher sportlich und muskulös. Seine wachen Augen können die Dynamik in seinem Auftreten unterstreichen. Aber gerade hier finden sich oft erste Anzeichen einer Pitta-Störung, die übrigens auch bei ausgeprägten anderen Doshas auftreten kann. Sind die Augen gerötet und der Blick stechend, kann dies seine Ursache in einer unerwünschten Pitta-Dominanz haben. Für seine Umwelt wird dieser Mensch zur Plage. Leistungsfähigkeit artet aus in Perfektionismus, und den weniger leidenschaftlichen Typen begegnet er mit Ungeduld und Gereiztheit. Bevor daraus Magengeschwüre und vorzeitiger Haarausfall werden, sollten Sie mit einem Ayurveda-Arzt über mögliche Gegensteuerung durch Ernährungsumstellung oder eine Kur sprechen. Es hilft aber viel, einfach selbst das Tempo zu reduzieren.

Das Pitta-Dosha steht für die Elemente Feuer und Wasser – ein scheinbarer Gegensatz, aber doch in einer Energie vereint. Denn Pitta, wörtlich übersetzt Galle, beschreibt das Prinzip der Wandlung, des Stoffwechsels in unserem Körper, das Feuer der Verdauung. Eine Menge guter Eigenschaften kennzeichnen Pitta-dominierte Menschen. Sie gelten als dynamisch, intellektuell leistungsfähig und strukturiert im Denken und Handeln. Aber es gibt auch eine Schattenseite.

Sind Sie ein Pitta-Typ?

Ein Ayurveda-Typentest, durchgeführt von einem auf Naturheilkunde spezialisierten Arzt oder Lehrer, schafft genauere Erkenntnisse darüber, ob möglicherweise das Pitta-Dosha in ungesunder Weise verstärkt oder zu schwach ausgeprägt ist. Es gibt außerdem verschiedene Selbsttests im Internet, die aber eigentlich nicht mehr tun, als charakteristische körperliche Merkmale oder Verhaltensweisen abzufragen. Zum gleichen Ergebnis wie solche Tests würden Sie kommen, wenn Sie die Eigenschaften der drei Doshas auf Info-Portalen wie www.ayurvedatrends.com verfolgen und gedanklich abhaken, was auf Sie zutrifft. Sie werden schnell erkennen, dass Sie Elemente von Pitta in sich tragen, ebenso aber von Vata und Kapha. Entscheidend für Vorbeugung und Heilbehandlung ist das Einhalten der Gewichtung, die nach dem Verständnis von Ayurveda bei der Geburt in Idealform gegeben war und erst später durch Lebensstil und Umwelt ins Ungleichgewicht geraten kann.

Immer mit der Ruhe

Äußerlich ist ein Pitta-Mensch wenig auffällig. Er ist typischerweise mittelgroß und normalgewichtig, eher sportlich und muskulös. Seine wachen Augen können die Dynamik in seinem Auftreten unterstreichen. Aber gerade hier finden sich oft erste Anzeichen einer Pitta-Störung, die übrigens auch bei ausgeprägten anderen Doshas auftreten kann. Sind die Augen gerötet und der Blick stechend, kann dies seine Ursache in einer unerwünschten Pitta-Dominanz haben. Für seine Umwelt wird dieser Mensch zur Plage. Leistungsfähigkeit artet aus in Perfektionismus, und den weniger leidenschaftlichen Typen begegnet er mit Ungeduld und Gereiztheit. Bevor daraus Magengeschwüre und vorzeitiger Haarausfall werden, sollten Sie mit einem Ayurveda-Arzt über mögliche Gegensteuerung durch Ernährungsumstellung oder eine Kur sprechen. Es hilft aber viel, einfach selbst das Tempo zu reduzieren.

Online seit: 24.05.2011

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